
Als eigenständiges Format greift der Workshop zugleich die Inhalte des ersten Workshops unserer Reihe zur stärkenorientierten Ausbildung auf. Im Mittelpunkt steht ein Perspektivwechsel: Nicht das, was jemand noch lernen oder verbessern muss, sondern die bereits vorhandenen Talente, Fähigkeiten und Potentiale rücken in den Fokus.
Warum Talente zu Beginn der Ausbildung wichtig sind
Die ersten Monate einer Ausbildung sind geprägt von Kennenlernen, Orientierung und neuen Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig stehen Ausbildende vor der Aufgabe, ihre neuen Auszubildenden möglichst gut kennenzulernen und ihre individuellen Potentiale wahrzunehmen.
Schulnoten, Bewerbungsunterlagen oder Vorstellungsgespräche erzählen dabei nur einen Teil der Geschichte. Die Auseinandersetzung mit persönlichen Talenten eröffnet einen zusätzlichen Zugang: Sie gibt Hinweise darauf, wie Menschen denken, kommunizieren und handeln und kann dabei helfen, unterschiedliche Arbeitsweisen besser zu verstehen und individuelle Stärken bewusster einzubeziehen.
Genau diesen Perspektivwechsel machte der Workshop erlebbar. Die Teilnehmenden richteten den Blick auf das, was bereits da ist – bei sich selbst und bei anderen.
Stärkenorientierung erlebbar machen
Eine zentrale Frage des Workshops lautete: Was ist eigentlich ein Talent – und woran erkennen wir es? Bei der Reflexion eigener Erfahrungen wurde deutlich, dass Talente häufig ganz selbstverständlich eingesetzt werden und deshalb nicht immer bewusst wahrgenommen werden.
Übungen wie das „wertschätzende Lästern“ lenkten den Blick gezielt auf die Stärken anderer. Positive Eigenschaften und Beobachtungen wurden ausgesprochen und miteinander geteilt. Auch die persönlichen Top-5-Talente wurden anhand konkreter Situationen aus Alltag und Ausbildung betrachtet. So wurden die Talentprofile greifbar und mit eigenen Erfahrungen verbunden.
Ein neuer Blick auf sich selbst und andere
Ein Talentprofil soll Menschen nicht in eine Schublade stecken, sondern dazu anregen, das eigene Verhalten bewusster wahrzunehmen und sich selbst besser zu verstehen. Gleichzeitig eröffnet der Blick auf die Talente anderer neue Perspektiven.
Auszubildende konnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken und besser verstehen, warum Menschen an Aufgaben und Herausforderungen unterschiedlich herangehen. Auch die Ausbildenden betrachteten ihre Auszubildenden aus einer neuen, stärkenorientierten Perspektive und reflektierten eigene Beobachtungen im Zusammenhang mit den jeweiligen Talentprofilen.
So entstand ein gemeinsamer Austausch über individuelle Potentiale und mögliche Ansatzpunkte für den Ausbildungsalltag.
Unterschiedliche Talente, gemeinsame Teamstärke
Stärkenorientierung endet dabei nicht bei der einzelnen Person. In der gemeinsamen Betrachtung der Talentprofile wurden die unterschiedlichen Schwerpunkte der Gruppe sichtbar.
Dabei wurde deutlich: Nicht alle müssen dasselbe können oder auf dieselbe Weise arbeiten. Unterschiedliche Talente und Herangehensweisen können sich ergänzen und neue Perspektiven für die Zusammenarbeit eröffnen. Die Teilnehmenden entwickelten dadurch ein besseres Verständnis füreinander und für die Vielfalt im Team.
Was vom Workshop bleibt
In den persönlichen Talentvorstellungen machten die Auszubildenden anhand konkreter Beispiele sichtbar, wie ihre Top-5-Talente im Alltag zum Ausdruck kommen. Die Rückmeldungen der Ausbildenden ergänzten die eigene Wahrnehmung um eine weitere Perspektive und schufen Raum für wertschätzendes Feedback.
Damit wurde deutlich, worum es bei der stärkenorientierten Ausbildung im Kern geht: Menschen in dem wahrzunehmen, was sie bereits mitbringen, ihre Stärken bewusst zu machen und daraus Impulse für ihre weitere Entwicklung zu gewinnen.
Der „Stärkenauftakt in der Ausbildung“ schafft dafür eine gemeinsame Grundlage. Die Talentprofile können als Ausgangspunkt für weitere Gespräche, Reflexion und die bewusste Gestaltung des Ausbildungsalltags dienen.